Die Schweizer Öffentlichkeit steht vor einem recht spannenden Problem: Sie haben eine Bundesrätin (Regierungsmitglied, Ministerrang), die eigentlich – aufgrund der bisher verwendeten Kriterien (Mehrheitsverhältnisse, Parteienzugehörigkeit und geographische Herkunft) – gar keinen Anspruch auf diesen Posten hat. Vorgestern wurde diese Frau dann im Zuge von Gesamterneuerungswahlen des Bundesrates in ihrem Amt für weitere 4 Jahre bestätigt.
Wie auch immer es dazu gekommen ist – wer die politische Entwicklung in der CH verfolgt ist mit Verschwörungtheorien, verletzten Eitelkeiten, Geplänkel und Taktierereien auf allen Seiten des politischen Spektrums überreichlich versorgt – der spannende Teil der Geschichte ist, dass plötzlich als Grund für die Wahl in ein politisches Amt Fach- und Sachkompetenz, Erfahrung und ein entsprechender Leistungsausweis als hinreichender Grund angegeben und angesehen werden.
Problematisch sind dabei zwei Dinge: zum einen ist es für die Gegner der Frau schwierig ihre Kampagnen von Dingen wie Kompetenz- und Leistungsfragen freizuhalten und nur mit der vielbeschworenen "Konkordanz" (recht schwammig gebrauchtes Konzept zur Festlegung, welche Partei wieviel Sitze in dem 7-köpfigen Ministergremium bekommt) zu "argumentieren …
und zum anderen stellt sich doch jetzt auch in der Öffentlichkeit die Frage, ob man zukünftig sogar vermehrt auf Kriterien wie Erfahrung, Sachkenntnis u.ä. statt Parteizugehörigkeit, Herkunft, Geschlecht, … abstellen soll? Welch ein revolutionäres Konzept für die Besetzung der höchsten (und bestdotiertesten) Ämter im Staat …

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